Glaube nicht alles was du denkst

Aktualisiert: 25. Sept. 2021


Den lieben langen Tag lang denken wir. Oder besser gesagt, wir werden gedacht. Studien belegen, dass Menschen bis zu 65.000 Gedanken pro Tag denken. Und davon sind wir in ~90% der Fälle im Auto-Modus, also haben automatische Gedanken, die wir nicht bewusst steuern. Zudem sind noch der allergrößte Teil dieser Gedanken (nämlich bis zu 97%!) negativ. Gedanken, die der Welt, den anderen und vor allem auch uns selbst nicht wohlgesonnen sind. Ich kenne es nur allzu gut und habe es oft als eine kleine Stimme im Kopf wahrgenommen. Den inneren Kritiker wie viele Coaches oder Achtsamkeitslehrer ihn nennen. Oder wie der Psychologe Jens Corssen es nennt: den “Quatschi”. Ein aus meiner Sicht sehr treffender Begriff - die kleine Stimme die den ganzen Tag im Kopf daher quatscht - und zwar meistens Quatsch. Er vergleicht uns, macht uns kleiner als wir sind, macht uns Angst etwas anders zu machen oder etwas Neues auszuprobieren.




Was bedeutet das genau? Das Unterbewusstsein kann im Auto-Modus nicht unterscheiden, ob unsere Gedanken der Wahrheit entsprechen oder ob sie schlichtweg falsch sind. Es nimmt erst einmal alles als wahr und gegeben an, was unsere Gedanken ihm vordenken und somit ziehen wir nach dem geistigen Gesetz der Anziehung das in unser Leben, was wir denken. Wenn wir also denken “ich bin nicht gut (in-was-auch-immer) und werde es auch nie sein”, dann haben wir damit Recht. Schon Buddha sagte “Was du denkst, bist du, was du bist strahlst du aus, Was du ausstrahlst ziehst du an” - also denkst du, du bist nicht gut, dann bist du auch nicht gut, wenn du denkst mir passiert nichts Gutes, dann passiert auch nichts Gutes, wenn du denkst i


ch kann etwas nicht, dann kannst du es auch nicht. Unsere Gedanken setzen uns unsere eigenen Grenzen.


Warum ist das so? Als ich mir darüber bewusst wurde, war dies der erste Schritt, der mir half, aus dieser Spirale der automatischen negativen Gedanken zu entkommen. Doch eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass ich mir selbst viele Glaubenssätze auferlegt hatte, die es verhindert hatten, in einigen Bereichen überhaupt etwas Positives denken zu können. Und als ich mir diese Glaubenssätze nach und nach angeschaut habe, ist mir immer bewusster geworden, dass viele dieser Überzeugungen gar nicht aus meinem eigenen Inneren kommen, sondern dass ich sie über die Jahre hinweg in meinem Umfeld aufgeschnappt hatte und in mein unterbewusstes “Programm” aufgenommen hatte. Sei es von Familie, Freunden oder am Arbeitsplatz, überall haben die Menschen Meinungen über Richtig und Falsch und wenn sich dann eine Aussage wie z.B. “Das Leben ist schwierig” mit einer gerade gemachten Erfahrung deckt, verfestigt sich dieser Glaubenssatz ganz schnell im eigenen Unterbewusstsein und zeigt, dass das Leben tatsächlich schwierig ist.






Wie kann ich das ändern?Wie löse ich aber solche Glaubenssätze auf? Zunächst ist es wichtig darüber bewusst zu werden. Dies kann natürlich durch Überlegen und Nachdenken geschehen, aber oftmals ist es effektiver dies aus dem Inneren heraus zu tun. Dabei kann es helfen sich z.B. ein Thema vorzunehmen, das dich gerade beschäftigt und dazu spontane Glaubenssätze aufzuschreiben. Ist das aktuelle Problem z.B. der Spagat zwischen Familie und Job, so könnte die Schreibübung z.B. folgendermaßen aussehen:

  • Berufstätige Mütter sollten…..

  • Kinder brauchen...

  • Ich bin eine gute Mutter wenn…

  • Ich bin eine gute Ehefrau wenn…

  • Ich bin eine gute Mitarbeiterin wenn…

  • etc.

Dazu kannst du nun spontan aus dem Bauch heraus so viele Sätze vervollständigen wie du möchtest. Im Anschluss geht es ans Reflektieren.

  • Ist das wirklich so?

  • Wer sagt das?

  • Resoniert das mit meiner inneren Überzeugung?

  • Wem will ich etwas beweisen?

  • Mit wem könnte/sollte ich sprechen wenn ich einen dieser Glaubenssätze nicht mehr glaube?

  • Kenne ich selbst Gegenbeispiele?

  • etc.

Das Auflösen einschränkender Glaubenssätzen sowie der Glaube daran, dass es möglich ist, seine eigenen Wünsche und Ziele tatsächlich erreichen zu können ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in allen Lebensbereichen überhaupt. Schaut man in einschlägige Erfolgs- und Managementbücher, findet man überall die gleichen Hinweise, ob es vom Schriftsteller Napoleon Hill (Think and Grow Rich) kommt, vom Motivationstrainer Anthony Robbins (Das Robbins Power Prinzip) oder vom Erfolgsunternehmer Richard Branson, der in seinem Buch “Finding my Virginity” preis gibt “Immer, wenn man einen negativen Gedanken hat, muss man einen positiven dagegen setzen”. ​ 8. August 2021

1 Ansicht0 Kommentare