5 einfache Schritte um dein Selbstbewusstsein zu stärken

4. September 2021

1. Mache dir bewusst, was Selbstbewusstsein überhaupt bedeutet

"Zwei Dinge verleihen der Seele am meisten Kraft: Vertrauen auf die Wahrheit und Vertrauen auf sich selbst." - Seneca 


Früher dachte ich selbstbewusste Menschen sind die, dich sich vor andere stellen können und ohne nervös zu sein, reden können oder ganz generell die Extrovertierten, die einfach frei heraus sagen, was ihnen in den Kopf kommt. Heute weiß ich, das ist überhaupt kein sicheres Zeichen dafür, dass diese Person wirklich selbstbewusst ist. Zwar wirst du dich vor anderen nicht mehr nervös fühlen wenn du wahres Selbstbewusstsein aufgebaut hast, vielmehr wirst du ein inneres Gefühl der Stärke haben, wenn du dir über dich selbst bewusst wirst.

 

Die Weisheit der Sprache sagt uns schon was Selbstbewusstsein bedeutet: Man ist sich über sich selbst bewusst. Das bedeutet, wisse wer du bist und was dir tief im Inneren wichtig ist. 
 

Die Wahrheit und Vertrauen auf sich selbst geben der Seele die meiste Kraft

2. Mache dir bewusst, was dir wirklich wichtig ist.

“Frage dich zuerst, wer du sein möchtest. Dann tue, was du tun musst.” - Epiktet

Dazu gehört im ersten Schritt das Bewusstmachen der eigenen Werte. Also wirklich deine inneren Grundsätze, nicht die deines Umfelds. Selbst die Menschen, die dir Nahe sind, mit denen du gerne Zeit verbringst und die du gerne hast, können komplett andere Werte haben. So ist für den einen Freiheit der größte Wert, für den anderen Fröhlichkeit und für noch einen weiteren Erfolg.

 

Du selbst kannst viele verschiedene Werte haben, die deinem Inneren entsprechen, aber mache dir einmal bewusst welche Werte dir wirklich wichtig sind und sortiere sie einmal nach Wichtigkeit. Tief aus deinem Inneren heraus und wirklich ehrlich. Nicht, was würden andere von mir erwarten (z.B. dass Hilfsbereitschaft ganz weit oben steht) oder was würde mich gut aussehen lassen (z.B. dass Pflichtgefühl weit oben aufgeführt ist), sondern wirklich, was ist mir selbst, ganz alleine, wichtig. Die Übung ist nur für dich, du musst damit niemandem etwas beweisen oder zeigen. Wenn dir keine Werte einfallen, findest du viele Wertelisten im Internet, schaue einfach mal nach. 

 


3. Befreie dich von der Vorstellung, dass es wichtig ist, was andere über dich denken 

„Niemand kann Dir ein Minderwertigkeitsgefühl aufzwingen ohne Deine Bereitschaft dazu.“ - Eleanor Roosevelt

 

Wenn du beginnst mehr nach dir selbst zu schauen und versuchst dein Selbstbewusstsein aufzubauen, kann es sein, dass dies die Menschen um dich herum verunsichert. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und möchte dich gerne so behalten wie du bist. Wenn Freunde z.B. wissen, du bist immer verfügbar, wenn es darum geht etwas zu organisieren, du aber feststellst, dass du das eigentlich gar nicht mehr übernehmen möchtest und dich immer wieder ärgerst, dass du schon wieder ja gesagt hast, kann dies eine Schwierigkeit für dich auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein darstellen.

 

Hier gilt es nun, dir auch über dein Image bewusst zu werden. Wofür schätzen dich die anderen und was davon machst du wirklich gerne. Überlege dir das gut und fange dann an zu üben. Bei der nächsten Bitte, bei der die anderen vermutlich sicher davon ausgehen, dass du ja sagen wirst, sage z.B. "Es klappt diesmal leider nicht. Vielleicht das nächste Mal". Wichtig ist, dass du nicht anfängst dich zu rechtfertigen, eine Erklärung abgibst oder anbietest alternativ eine andere ungeliebte Aufgabe zu übernehmen. Das ist natürlich erstmal nicht nur für dich ungewohnt, sondern auch für dein Umfeld und sicherlich es kann auch Widerstand geben. Aber Mal für Mal wird es für dich einfacher und du beginnst dein Leben in eine stimmige Richtung zu lenken.

 

Es sollte dir dabei auch egal sein, wenn andere weiterhin gegen ihre eigene inneren Werte handeln und Dinge tun, auf die sie tief im Inneren gar keine Lust haben. Sei du die Veränderung zum Positiven. Sehr häufig hat das auch Auswirkungen auf dein Umfeld und nach den ersten Widerständen fangen auch sie an, mehr nach ihrem wirklichen inneren Antrieb zu schauen. Sei dir weiterhin darüber bewusst, dass du ggf. auch die Menschen mit deinem neuen Selbst aus deinem Leben katapultieren wirst, die sowieso nicht zu dir gepasst haben. Es gibt auf der Welt so viele unterschiedliche Menschen und irgendwo da draußen sind auch die, die genau zu dir passen.

 

Dein Leben wird um einiges besser und du wirst nach deinem eigenen Inneren Leben können, wenn du dir darüber bewusst wirst, dass du auf die Menschen, die dich nur so haben wollen wie sie es gerne möchten nicht angewiesen bist. 
 

Baue Selbstbewusstsein auf - Vertraue dir selbst - mehr Selbstermächtigung -Image by averie woodard

4. Lerne deinen inneren Kritiker kennen 


"Ein Teil von mir denkt, dass ich ein Versager bin und der andere Teil von mir denkt, dass ich Gott bin.“  - John Lennon

Als Kind bekommen wir häufig zu hören, wir müssen uns mehr anstrengen, wir sollen nicht faul sein, wir dürfen uns nicht selbst loben, wir sollen für andere da sein usw. Das müssen gar nicht zwangsläufig unsere Eltern gewesen sein, schon ein beiläufiger Satz eines entfernten Onkels oder einer Nachbarin, der evtl. nicht einmal uns persönlich gegolten hat, kann unsichere Menschen, dazu verleiten sich selbst etwas aufzuerlegen, um ein “guter Mensch” zu sein. Solch kleinen Sätze verankern sich in unserem Unterbewusstsein und bilden dort den Kern für Glaubenssätze, die wir bis ins Erwachsenenalter mit uns herumtragen.

 

Nachdem du dir nun aber über dich selbst bewusster geworden bist, deine Werte kennst und dir überlegt hast, wo du dich verändern möchtest, gilt es noch deinen inneren Kritiker kennenzulernen und dich mit ihm anzufreunden. Ausschalten wirst du ihn vermutlich nicht so leicht können, daher ist es wichtig, ihn erst einmal kennenzulernen und Freundschaft mit ihm zu schließen. Er meint es ja nur gut und möchte dich davor bewahren, dass ggf. jemand etwas schlechtes über dich denken könnte.

Aber auch dein innerer Kritiker wird mit der Zeit merken, dass du noch immer der gute Mensch bist, der du immer warst, auch wenn du nun deine Aufmerksamkeit eher nach Innen richtest, als nach Außen. Und er wird merken, dass es auch ihm, deinem Inneren und deinem gesamten Körper gut tut, dass du das tust. Dir darüber bewusst zu sein, dass dieser innere Kritiker nicht dein wahres Selbst ist, sondern eine kleine Stimme in deinem Kopf, die aus dem Unterbewusstsein kommt, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstbewusstsein. Eine Übung, wie du mit negativen Glaubenssätzen umgehen kannst findest du in meinem Artikel “Glaube nicht alles was du denkst”.
 

Vergleiche dich nicht - sei nicht mehr fremdgesteuert - lebe dein Leben selbstbewusst - für mehr Selbstermächtigung

5. Fokussiere dich auf deine Stärken, nicht auf deine Schwächen

"Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt." - Arthur Schopenhauer


Oftmals fühlen Menschen sich minderwertig, weil sie etwas nicht gut können oder denken sie können gar nichts gut. Mach dir bewusst: du musst nicht alles gut können. Sicherlich ist es wichtig und auch der eigene innere Antrieb sich weiterzuentwickeln, aber auf welchem Gebiet das ist, musst du für dich ganz alleine herausfinden. Irgendetwas wird dich sicher interessieren. Finde heraus was das ist, z.B. mit der Übung “Traumtag” aufschreiben, die ich in meinem Artikel über das Entkommen des Hamsterrads beschrieben habe.

 

Mache dir zudem bewusst, dass dieses innere Interesse, dein Antrieb, nichts sein muss, was gesellschaftlich hoch anerkannt ist oder was nur du alleine machst und sonst niemand. Wenn du schaust was interessiert dich wirklich aus dem tiefsten Inneren heraus, dann trau dich in diesem Bereich Expertise aufzubauen. Probiere auch Dinge aus. Lies darüber, höre darüber Podcasts, schaue Dokus dazu und lass dich auf dem Weg zu dir selbst aus deinem tiefsten Inneren leiten. Nach dem geistigen Gesetz der Resonanz wirst du immer mehr Menschen in dein Leben ziehen, die ähnliche Interessen haben und du wirst über Bücher, Podcasts oder Videos stolpern, die dich weiterbringen und dir neue Erkenntnisse liefern.

 

Fokussiere dich also auf das, was dich brennend interessiert und nicht das was du meinst können oder wissen zu müssen. Wenn du z.B. dein Allgemeinwissen für schlecht hältst, dann quäle dich nicht durch Bücher, die dir versprechen ein hohes Allgemeinwissen zu bekommen, sondern schaue welches Thema du wirklich spannend findest und worüber du noch mehr wissen möchtest. Durch die Lektüre spezialisierter Bücher oder das Hören von Podcasts zu deinem Thema wirst du zusätzlich auch noch Dinge erfahren, die zum sogenannten Allgemeinwissen gehören oder vielleicht eine neue Richtung einschlagen, an die du vorher gar nicht gedacht hast.

 

Lass dich nicht von deinem inneren Kritiker verunsichern, der evtl. mit dem Argument kommt “da gibt es doch schon Tausende Experten, was willst du denn da noch beitragen”. Ja, es wird andere geben, die sich auch dafür interessieren und mehr wissen oder können als du und es gibt Themen die viele Menschen interessieren und andere Themen die weniger interessieren. Aber wenn du nach deiner inneren Überzeugung handelst wirst du nach und nach deine Nische finden und deine Expertise aufbauen.

 

Sei nicht so streng mit dir. Du musst damit auch nichts bestimmtes erreichen. Wer sagt denn, was Erfolg ist. Erfolg ist aus meiner Sicht, wenn du nach deinem wirklichen Inneren lebst und das Leben führst, das du dir vorstellst.


 

ÄHNLICHE ARTIKEL
1.png

17. Oktober 2021

1. Nimm dich und dein Leben so an wie es ist
2. Erwarte keinen Lob und keine Anerkennung 

3. Richte dich nur nach deinem Inneren, nicht nach der Gesellschaft
  >> weiterlesen

lebensweisheiten1.jpg

17. August 2021

Die meisten Weisheiten, nach denen es sich lohnt sein Leben auszurichten, um ein fröhliches, selbstbestimmtes Leben zu führen, decken sich in den Lehren der Philosophie, Spiritualität und Psychologie. >> weiterlesen

musashide.jpg

07. August 2021

Resilienz - jeder spricht davon, jeder will resilient sein, jeder Arbeitgeber sucht es in seinen Mitarbeitern, viele Coaches spezialisieren sich darauf... 

>> weiterlesen

Traudich2.jpg

06. August 2021

Als Kind habe ich mich oft gefragt, warum die Erwachsenen, wenn sie miteinander reden so komisch sind, irgenwie unecht wirken. Das “komisch” und "unecht" konnte ich damals noch nicht so richtig greifen...

>> weiterlesen