Welche Motive und Gründe bestimmen unsere Entscheidungen?

10.04.2022

Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht eine Entscheidung treffen müssen. Manche Entscheidungen sind relativ unbedeutend, wie die Entscheidung, was wir als nächstes essen, was wir anziehen und wie wir unseren Tag gestalten. Während andere Entscheidungen lebensverändernd sein können, wie die Wahl des Berufs, die Entscheidung, wen wir heiraten, und die Entscheidung, ob wir unseren Arbeitsplatz wechseln oder nicht.

Um eine Entscheidung zu treffen, muss man also gründlich in sich gehen und manchmal fällt es uns trotz eifrigem Abwägen schwer, uns zu entscheiden. Es ist nicht der Akt der Entscheidung, der uns Angst macht, sondern die Ungewissheit, die Folgen, die Ergebnisse, die wir fürchten. 

Glück ist eine Entscheidung

Als Kind waren die Entscheidungen, die wir trafen, einfach und leicht, z. B. mit welchem Spielzeug wir spielen oder welche Farbe wir für unser Malbuch wählen sollten, und so lernten wir zu wählen und Entscheidungen zu treffen. Aber mit der Zeit wurden unsere Entscheidungen komplexer und schwieriger und wir mussten nachdenken, analysieren und dann zu einem Ergebnis kommen. 

Aber nicht alle Entscheidungen werden rational und logisch getroffen, wir wägen nicht immer alle Alternativen ab, während wir eine Wahl treffen. Es gibt auch andere Faktoren, die unseren Entscheidungsprozess beeinflussen. Die Forschung zeigt, dass ebenso wie viele unserer Gedanken, die meisten unserer Entscheidungen unbewusst getroffen werden. Dabei spielen unsere Emotionen und andere Faktoren, wie frühere eigene Erfahrungen, Erfahrungen unserer Freunde und Verwandten, persönliche Präferenzen,  das Alter und persönliche Vorlieben eine Rolle.

Aber welche Motive sind es, die uns typischerweise zu unseren Entscheidungen leiten?

Bei der Betrachtung der Gründe für unsere Entscheidungen, können wir unterscheiden zwischen intrinsischen und extrinsischen Motivatoren. Dabei ist zu beachten, dass nicht generell intrinsische Gründe besser als extrinsiche Gründe sind. Die Waage sollte sich jedoch zur Seite der intrinsischen Gründe hin bewegen, denn das ist man auf dem besten Weg, zu sich selbst zu finden und sein wahres selbstbestimmtes Leben zu leben. 

Extrinsische Gründe für unsere Entscheidungen - Von außen angetriggerte Motive für unsere Entscheidungen

Zugehörigkeit: Andere glücklich machen 

Wir Menschen sind soziale Wesen, wir können ohne andere, ohne Freunde oder Familie nicht überleben. Wie auch Hirnforscher und Neurobiologe Gerald Hüther preis gibt: Die Sehnsucht nach Verbundheit ist eines unserer wichtigsten Antreiber und daher drehen sich viele unserer Entscheidungen um das Wohl der anderen.

 

Gefährlich wird dies, wenn wir das Glück der anderen über unser Glück stellen. Wir wollen vielleicht Entscheidungen treffen, die unsere Freunde und Familie glücklich machen und opfern unsere eigenen Bedürfnisse für sie. Das kann uns kurzfristig ein Glücksgefühl bringen, doch nachhaltig ist dies nicht, denn wir kümmern uns ständig mehr um die Zufriedenheit der anderen und vernachlässigen unsere eigene.

 

Aber auch die Entscheidungen, die von dem Bedürfnis geleitet werden, die Menschen um uns herum glücklich zu machen sind wichtig und nicht in jedem Fall schädlich für uns. Vielleicht entscheidest du dich am Wochenende in den Park zu gehen, anstatt einen Geschäftstermin zu vereinbaren, um deine Kinder glücklich zu machen, nur um sie lächeln zu sehen. 

Wichtig ist es, die richtige Balance zu finden, zwischen den Motiven der eigenen Zufriedenheit und der der anderen.

Anpassung: Soziale Normen befolgen

Um in der Gesellschaft klar zu kommen, müssen wir uns an soziale Normen halten. Soziale Normen können dabei wichtige Lebensentscheidungen beeinflussen, z. B. welche berufliche Laufbahn wir wählen, wen wir bei den Wahlen wählen und wen wir als Lebenspartner auswählen. Vielleicht verhältst du dich in der Öffentlichkeit auf eine bestimmte Art und Weise, nur um in die soziale Gruppe zu passen. Vielleicht schränkst du einige deiner eigenen Eigenheiten in der Öffentlichkeit ein, um "normal" zu sein und nicht aufzufallen

Auch hier kann es keine pauschale Bewertung dieses Motivs geben. 

Angenommen, du bist mit deiner Freundin an einem ruhigen Ort, z.B. in der Universitätsbibliothek. Du hast eigentlich Lust, dich mit ihr unterhalten, aber du entscheidest dich, ruhig zu bleiben und die Disziplin an diesem Ort aufrechtzuerhalten, weil du sonst dort andere stören würdest, weil es den sozialen Normen entspricht an diesem Ort ruhig zu sein

Ebenso entspricht es aber vielleicht sozialen Normen, Vorgesetzten nicht zu widersprechen, vor allem wenn das gesamte Team die Meinung des Vorgesetzten vertritt. Also bist du ruhig, passt dich an und behältst deine Ansicht zur neuen Teamregel für dich.

 

All dies zeigt, wie die Anwesenheit anderer und wie soziale Normen unsere Entscheidungen und unser Verhalten beeinflussen. 

 

FOMO oder der Vergleich

FOMO - The Fear of Missing Out - also Entscheidungen, die wir treffen aus der Angst etwas zu verpassen, sind stark von Außen getriggert.

 

FOMO verunsichert uns zum einen überhaupt in der Entscheidungsfindung, was will ich, was wenn ich mich falsch entscheide, was wenn ich dann die andere Option verpasst habe.

Ich suche zum Beispiel eine neue Couch und kann mich nicht entscheiden, weil ich Angst habe, dass mir hinterher noch eine bessere Couch über den Weg läuft. Der von FOMO Getriebene analysiert, vergleicht und recherchiert möglichst viele Optionen und tut sich dann dennoch beim Entscheiden schwer, in der Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.

Zum anderen verunsichert es aber auch, wenn wir bereits eine für uns gute Entscheidung getroffen haben und dann sehen dass ein anderer hier eine ganz andere Entscheidung getroffen hat. Statt uns wohl mit der eigenen Entscheidung zu fühlen, löst das Sehen der anderen Entscheidung oftmals ein Unbehagen in uns aus und verursacht eine innere Angst, etwas verpasst zu haben. 

Bleiben wir beim Beispiel der Couch. Ich habe eine wirklich gemütliche Couch gefunden, die super in meine Wohnzimmer passt. Nun werden mir dank Algorithmus weiterhin auf Instagram, Facebook oder Pinterest Couches angezeigt, ich folge vielen Interior-Influencern, da ich mir dort vorher Inspirationen holen wollte - und nun - wird mir dort eine veremeintlich viel bessere Couch gezeigt. Ich hadere, ärger mich womöglich und kann meine schöne neue Couch gar nicht mehr genießen.

Dies wirkt sich wiederum auf meine nächste Kaufentscheidung aus, verunsichert mich noch mehr und lasse mich noch mehr von FOMO treiben. 

Frau am Computer

Intrinsische Gründe für unsere Entscheidungen

Eigene innere Zufriedenheit

Das wohl wichtigste Motiv, eine Entscheidung zu treffen, das uns dazu bringt, zwischen Alternativen zu wählen, ist unsere eigene, innere Zufriedenheit. Und dies hat nichts mit Egoismus oder Narzissmus zu tun, im Gegenteil: Erst wenn wir innerlich stimmen, wenn wir uns im Innern wohl, wahr und ehrlich bei uns angekommen fühlen, dann können wir auch ehrlichen Herzens dazu beitragen, anderen Menschen zu Glück, innerem Frieden und Zufriedenheit zu verhelfen.

 

Auch zu unserem eigenen Schutz ist es gut, wenn wir uns erlauben, unsere Entscheidungen auf unsere eigene innere Zufriedenheit auszurichten. Wenn dir beispielsweise eine Arbeit angeboten wird, die deinen Werten widerspricht, die dich nicht befriedigt und die du nicht gerne machen würdest, würdest du dich dann trotzdem für diese Arbeit entscheiden, auch wenn sie  gut bezahlt wird? Die Antwort wird wahrscheinlich nein lauten, weil wir unseren inneren Frieden und unsere Zufriedenheit über das Bedürfnis von Luxus stellen und somit auch ehrlich zu uns selbst sind.

Erfahrungen der Vergangenheit 

Aus Fehlern zu lernen und das Gelernte in die Praxis umzusetzen, ist etwas, was wir sehr häufig tun. Wir lernen und wachsen aus unseren Fehlern. Mit Blick auf die Fehler, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, versuchen wir, sie in der Zukunft zu vermeiden. Wir treffen Entscheidungen mit Blick auf die Fehler, damit wir nicht noch einmal mit denselben Umständen konfrontiert werden, damit wir uns verbessern und als Person wachsen können. Unsere vergangenen Fehler motivieren uns, bessere Entscheidungen zu treffen, neue Entscheidungen zu treffen.

 

Doch in diesem Falle ist es wichtig zu schauen, ob die Sorge begründet ist, dass die schlimme Folge dieses alten Fehlers sich wiederholt. Denn sich zu sehr von der Angst oder Sorge leiten zu lassen ist nicht sonderlich nützlich, um innerlich zu wachsen, sondern kann Wachstum sogar verhindern

 

 

Abwechslung

Manchmal haben wir Schwierigkeiten damit, uns dauerhaft mit den gleichen Dingen zu beschäftigen. Einige Menschen mehr, anderen weniger. Man hat ds Gefühl Abwechslung zu brauchen und ist bereit etwas Neues auszuprobieren.  

Vielleicht kennst du es selbst, dass du erst Feuer und Flamme für eine Sache bist, weil sie neu ist, z.B. der Zumba Kurs im Fitness-Studio. Nach einer Weile verlässt dich das Verlangen danach, auch wenn es dir generell Spaß macht und auch wenn du dich gerne weiter sportlich betätigen möchtest. 

Auch dieser Motivationstreiber ist weder als gut noch als schlecht zu verurteilen. Oftmals kommt unsere innerer Kritiker und macht uns ein schlechtes Gewissen, dass wir schon wieder nicht bei einer Sache bleiben. Oder wir lassen uns von Urteilen anderer verunsichern, ähnlich wie beim Motivator der sozialen Normen.

 

Viel wichtiger als immer bei einer Sache zu bleiben, ist jedoch das Schauen, was ist Hier und Jetzt für mich das Richtige. Wer sagt denn, dass es zu einer authentischen Persönlichkeit gehört, Dinge strikt durchzuziehen, statt sich Veränderung und Abwechslung zu erlauben.

Frau sitzt am Wasser

Die hier genannten Motive, die hinter den Entscheidungen der Menschen stehen sind einige der wichtigten Entscheidungs-Motivatoren. Aber wir Menschen sind vielfältige und komplexe Wesen, also kann es selbstverständlich auch viele andere Gründe geben. Diese können bei jedem Menschen sehr unterschiedlich sein. 

Wichtig ist, sich mit der Entscheidung im Herzen wohl zu fühlen, ob sie nun aus dem Antrieb der eigenen Zufriedenstellung, der Zugehörigkeit, der Anpassung oder Abgrenzung, der Abwechslung oder der Sinnhaftigkeit entstanden ist. 

Egal, ob wir ein Mensch sind, der seine Entscheidungen eher von Innen heraus trifft oder auf Basis von Außen angetriggerter Emotionen, es tut immer gut, wenn sich eine Entscheidung als die richtige erweist. 

Mit einem positiven Mindset allerdings, schaffst du es auch ohne das typische Hadern deine Entscheidungen zu akzeptieren, die nicht zu dem ursprünglich gewünschten Ergebnis geführt haben. Wenn du einmal in deinem Leben zurück blickst, wirst du merken, dass jede Entscheidung, egal ob gut oder schlecht dich dort hin gebracht hast wo du jetzt bist. Dich zu dem Menschen gemacht hat, der du jetzt bist. Und wenn es dahingehend nochmal etwas zu verbessern gibt, dann kannst du jetzt eine neue Entscheidung treffen. Nämlich die Entscheidung, ab sofort das Gute in allem zu sehen.

 

Denn Glück ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung.

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